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Grundlagen

Smart-Store-Konzepte im Überblick

Smart Stores — auch autonome Läden, 24/7-Shops oder Selbstbedienungsläden genannt — ermöglichen den Einkauf ohne Personal. Hier finden Sie die Formate, die Technologien dahinter und was rechtlich in der Schweiz gilt.

Die fünf Merkmale

Die DHBW Heilbronn, die den Markt seit 2021 systematisch erfasst, beschreibt Smart Stores 24/7 über fünf Merkmale — Ausnahmen bestätigen die Regel:

Unbemannt

Während des Einkaufs ist kein Personal anwesend. Nachfüllen, Reinigung und Qualitätskontrolle finden im Hintergrund statt — der Personalaufwand sinkt auf wenige Stunden pro Tag.

24/7 geöffnet

Der Laden ist rund um die Uhr zugänglich — auch sonn- und feiertags, wenn klassische Läden geschlossen sind.

Kleine Fläche («tiny»)

Von wenigen Quadratmetern (Automatenshop) bis etwa 300 m² (Dorfladen). Ländliche Nahversorger liegen typisch bei 100–300 m² mit 1'000–3'000 Artikeln.

Bargeldlos

Karte und TWINT statt Münzkassette: weniger Unterhalt, kein Bargeld im Laden — und damit ein deutlich kleineres Einbruchsrisiko.

Registrierung / kontrollierter Zutritt

Je nach Konzept: offene Tür, Zutritt per Bankkarte, App oder Kundenkarte. Kontrollierter Zutritt wirkt präventiv und ermöglicht Alterskontrollen für Alkohol und Tabak.

Die vier Grundformate

Hinter dem Begriff Smart Store stecken sehr unterschiedliche Ladenkonzepte. Vier Grundformate haben sich herausgebildet:

Walk-in mit Self-Checkout

Kundinnen und Kunden betreten den Laden, scannen ihre Produkte an der Selbstbedienungskasse oder per App und bezahlen bargeldlos. Das vertraute Einkaufserlebnis ohne App-Zwang.

Das dominierende Format: geschätzt 70 % aller bekannten Konzepte setzen darauf.

Grab & Go

Kameras und Sensoren erfassen, was eingepackt wird — bezahlt wird automatisch beim Verlassen (Vorbild: Amazon Go). Die Technik überwacht den Warenfluss besonders gut, ist aber teuer, und viele Kundinnen und Kunden scheuen App-Zwang und Kontrollverlust.

Eine wachsende, aber teure Nische: die Zahl der Standorte steigt, doch die Kameratechnik lohnt sich erst bei hoher Frequenz.

Automatenshop & Robotik

Mehrere Automaten oder eine Roboter-Box kommissionieren die Ware nach Bestellung am Terminal. Kleinste Fläche, hohe Sicherheit — dafür ein begrenztes Sortiment.

Automatenshops boomen in innerstädtischen Leerständen und kombinieren mehrere Geräte zu einem breiteren Sortiment.

Hybrid

Zu Servicezeiten mit Personal (Beratung, bediente Kasse), ausserhalb davon unbemannt 24/7 zugänglich. Verbindet persönlichen Kontakt mit durchgehender Verfügbarkeit.

Gilt als das Format mit dem grössten Expansionspotenzial.

Markteinordnungen auf Basis der Marktbeobachtung der DHBW Heilbronn (Stand 2025).

Was gilt rechtlich in der Schweiz?

Die wichtigsten Fragen von Gemeinden und Betreibern — kurz eingeordnet. Für den konkreten Standort lohnt sich immer eine Abklärung mit Gemeinde und Kanton.

Sonntag & Öffnungszeiten

Das Sonntagsarbeitsverbot des Arbeitsgesetzes (ArG) schützt Arbeitnehmende — wo kein Personal arbeitet, greift es nicht. Das ist der juristische Hebel des Konzepts. Kantonale und kommunale Ladenöffnungs- und Ruhetagsregeln können aber zusätzlich gelten und unterscheiden sich je nach Standort.

Alkohol & Tabak

Abgabe nur mit Alterskontrolle: Bier und Wein ab 16, Spirituosen ab 18 (einzelne Kantone strenger), Tabak national ab 18. In unbemannten Läden wird das technisch gelöst — etwa durch automatische Ausweisprüfung am gesicherten Kühlschrank oder Regal.

Datenschutz & Videoüberwachung

Videoüberwachung ist zulässig, wenn sie verhältnismässig ist und transparent kommuniziert wird (DSG). Zutritts- und Ausweisdaten gehören sparsam erhoben und sicher verarbeitet.

Rechnet sich das?

Die Wirtschaftlichkeit steht und fällt mit dem Standort — aber die Kostenstruktur unterscheidet sich fundamental vom klassischen Laden:

Personalkosten
Der grösste Kostenblock des klassischen Detailhandels schrumpft auf Nachfüllen und Unterhalt — oft erledigt in wenigen Stunden pro Woche, teils durch lokale Partner.
Investition
Dafür braucht es Technik: Kasse, Zutrittssystem, Videoüberwachung, Kühlung. Schlanke Self-Checkout-Lösungen halten den Einstieg bewusst tief — deutlich unter den Kosten kamerabasierter Systeme.
Öffnungszeiten als Umsatzhebel
24/7 statt 60 Stunden pro Woche: Der Laden verkauft auch frühmorgens, abends und sonntags — genau dann, wenn klassische Läden geschlossen sind.
Standort entscheidet
Frequenz, Sichtbarkeit und das Sortiment für den täglichen Bedarf bestimmen den Umsatz. Deshalb beginnt jedes seriöse Projekt mit einer ehrlichen Standort-Einschätzung.

Häufige Fragen

Brauchen Smart Stores wirklich gar kein Personal?
Während des Einkaufs in der Regel nicht. Für Nachfüllen, Reinigung und Qualitätskontrolle braucht es weiterhin Menschen — nur eben nicht an der Kasse. Hybride Konzepte kombinieren bewusst Servicezeiten mit unbemanntem Betrieb.
Wie funktioniert der Zutritt?
Je nach Konzept: offene Ladentür tagsüber, Zutritt per Bankkarte, App oder Kundenkarte. Der registrierte Zutritt wirkt präventiv gegen Diebstahl und Vandalismus.
Sind unbemannte Läden in der Schweiz erlaubt?
Grundsätzlich ja: Ohne Personal greift das Sonntagsarbeitsverbot des Arbeitsgesetzes nicht. Kantonale Ladenöffnungs- und Ruhetagsregeln sowie die Alterskontrolle für Alkohol und Tabak müssen aber je Standort geprüft und technisch sauber gelöst werden.
Wie wird Diebstahl verhindert?
Mit einer Kombination aus registriertem Zutritt, Videoüberwachung, bargeldlosem Bezahlen und sauberer Warenbewirtschaftung. Die Erfahrung aus der Praxis zeigt: Schwund ist beherrschbar, wenn die Prozesse stimmen — ein Kernthema unserer Beratung.
Welche Technologie setzt sich durch?
Self-Checkout: Geschätzt 70 % der bekannten Konzepte setzen auf Selbstbedienungskassen oder App-Scanning. Kamerabasiertes Grab & Go bleibt eine wachsende, aber teure Nische — vor allem wegen der Hardware-Kosten und zurückhaltender Kundschaft.
Was kostet der Einstieg?
Das hängt von Fläche, Sortiment und Technik ab. Eine ehrliche erste Einschätzung liefert unsere Begehung vor Ort: 90 Minuten in einem echten 24h-Shop, inklusive Checkliste — für CHF 250.

Lösungen aus unserem Ökosystem

Kasse, Alterskontrolle, Digital Signage und das Gesamtkonzept Dorla — erprobt in echten Läden im Toggenburg.

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